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Geschichte der Drahtseilbahn
Unterwasser - Iltios (3)

Die Eröffnung der Bahn

Am 25. Juli 1934 fand die amtliche Kollaudation der DUI durch die Kontrollorgane des Eidg. Post- und Eisenbahndepartementes statt. Somit war auch die Voraussetzung geschaffen für die am nächsten Tage erfolgte Aufnahme des öffentlichen Dienstes der DUI. Damit waren in einer für heute erstaunlich kurzen Zeit von nicht einmal 2 Jahren die vielfältigen Arbeiten von der ersten Idee bis zur Eröffnung mit grossem Einsatz, Mut und Initiative in Angriff genommen und zum glücklichen Abschluss gebracht worden.

Dieser Anlass wurde gemäss dem Geschäftsbericht mit einer einfachen Feier verbunden, der 26.Juli 1934 wurde mit der festlichen Einweihung der ersten Sportbahn in der Ostschweiz, an welcher eidgenössische, kantonale und örtliche Behörden vertreten waren, zu einem bedeutender Markstein in der touristischen Entwicklung des Obertoggenburgs.

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Talstation Unterwasser
Talstation        
Die ersten Wagen der DUI, die je 44 Personen aufnehmen konnten, vermochten in einer Richtung 330 Fahrgäste pro Stunde zu befördern, eine Kapazität die über lange Zeit ausreichte.
Die detaillierten tech. Daten der Bahn finden sich hier:
DUI technische Daten 1934

Die DUI war die erste Bergbahn im Obertoggenburg. Sie ist von den noch vorhandenen, eidgenössich konzessionierten Standseilbahnen die zuletzt eingeweihte; Sie dürfte sogar eine der zuletzt eröffneten Standseilbahnen Europas sein!
 
Bergstation Iltios
      Bergstation

Die ersten Wagen
        Die ersten Wagen
Ausweiche
Die Ausweiche
unterwegs
Auf der Strecke
Bergstation Iltios
Bergstation & Restaurant  

Der Betrieb im ersten Jahr 1934/35
Erstes Plakat 1934 der DUI
Erstes Plakat 1934
Dazu ist im Jahresbericht für 1934 folgendes zu lesen:
"In den ersten Tagen des Betriebes setzte bereits eine sehr befriedigende Frequenz ein. Im Hauptsaison-Monat August war sie dagegen stark beeinträchtigt durch die aussergewöhnlich schlechte Witterung, im September ergaben organisierte Gesellschaftsfahrten wieder einen besseren Besuch. In der Zwischenzeit Oktober-November wurde der Betrieb mit Rücksicht auf die noch notwendigen Bautransporte in beschränktem Umfange aufrecht erhalten. Der erste Wintermonat Dezember hat uns insofern eine Enttäuschung gebracht, als der ersehnte Schnee sehr lange auf sich warten liess; namentlich in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir einen starken Ausfall zu verzeichnen, weil in den tieferen Lagen gar kein Schnee lag und das Publikum offenbar den Schneemeldungen unserer Bergstation skeptisch gegenüber stand. Im ganzen sind von der Betriebseröffnung bis zum Jahresende rund 25'000 Personen und 200 Tonnen Güter befördert worden; ... Obschon nicht mehr in das Betriebsjahr gehörend, möchten wir beifügen, dass im 1. Quartal 1935 insgesamt nahezu 50'000 Personen befördert worden sind. ... Abgesehen von ganz vereinzelten Kinderkrankheiten haben wir keine Störungen zu verzeichnen gehabt."
Legende image #01
Plakat von 1959

Burenwaldabfahrt
  Die Burenwaldabfahrt
Das Toggenburg
Auf der Strecke
Vor der Bergstation
Vor der Bergstation
Bergstation Iltios
Iltios, Bergstation & Restaurant    

Gewinn- und Verlustrechnung pro 1934
Die Betriebsrechnung schloss auf Ende 1934 bei Einnahmen von Fr.18359.75 und Ausgaben von Fr.9808.98 mit einem Überschuss von Fr.8550.77 ab. Dieser wurde verwendet für die Verzinsung der Obligationen (Fr.8448.45), Finanzunkosten (Fr.171.05) und Einlagen in die Erneuerungs- und Reservefonds (Fr.2500.-), wobei ein 'Passiv-Saldo' von Fr.1561.63 auf die nächste Jahresrechnng übertragen werden musste. Eine Dividende auf die Aktien konnte damit nicht bezahlt werden.

1935 - Das erste volle Betriebsjahr

Der Betrieb:

Dem Jahresbericht für 1935 ist folgendes zu entnehmen:
"Der Schneemangel zwischen Weihnachten und Neujahr wurde gleich mit Beginn des neuen Jahres mit starken Schneefällen abgelöst und den ganzen Winter über waren die Schneeverhältnise für den Skisport sehr günstig. Weniger befriedigend waren die Witterungsverhältniss im übrigen, indem z.B. der Februar wohl sehr viel Schnee, aber nur ganz wenige sonnige Tage brachte. ... Immerhin können wir mit dem Winter als Ganzes genommen recht zufrieden sein. Das erste Quartal ergab eine Totalfrequenz von rund 49'000 Personen mit Spitzenleistungen bis nahezu 3000 Personen an besonders schönen Sonntagen. Die starken, oft tagelang andauernden Schneefälle machten uns bezüglich der Freihaltung des Bahnkörpers viel zu schaffen ...
Bis Ostern, 21./22. April hielten wir den Betrieb regelmässig aufrecht, nachher wurde bis Pfingsten, 9./10. Juni der Betrieb auf schöne Sonntage beschränkt. Die Sommermonate haben etwas grössere Frequenzen ergeben als im Vorjahre, ... Es zeigte sich leider, dass der Bergsport bei den Kurgästen viel an seiner früheren Beliebtheit und Zugkraft eingebüsst hat und werden nicht verfehlen, unseren Hauptaugenmerk auf möglichste Förderung dieses Sports zu richten. Wir rechnen in dieser Beziehung namentlich auch durch vermehrte Veranstaltungen von Gesellschaftsreisen im Einvernehmen mit den übrigen Transportunternehemen etwas zu erreichen.
Im Herbst ruhte der Betrieb während einiger Wochen, am 1. Dez. wurde dann der regelmässige Winterbetrieb aufgenommen. Im Gegensatz zum Vorjahr war der Dezember ziemlich schneereich und eine gute Skiföhre hielt bis knapp zum Jahresende an. Die Frequenz im Dezember war denn auch ziemlich stärker als im Vorjahre, obschon bei den günstigen Schneeverhältnissen besonders an schönen Sonntagen eigentlich noch mehr zu erwarten gewesen wäre. Es wiederholte sich hier die Erfahrung, die man schon andernorts gemacht hatte, dass der Wintersport vor Weihnachten nur schwer in Schwung zu bringen ist.
Im ganzen Jahre haben wir 87'011 Personen und 102 Tonnen Güter befördert. ...

Betriebsrechnung und Gewinn- und Verlustrechnung pro 1935

Betriebsrechnung,  Einnahmen/Ausgaben
budgetiert
Fr.

Abrechnung 1935
Fr.
Einnahmen aus Personenverkehr:
Gewöhnliche Billete
Gesellschaftsbillete
Abonnements

35 000 Bergfahrten zu Fr. 1.50
14
000 Retourfahrten zu Fr. 2.-
 2
000 Talfahrten zu Fr. 1.-
Abzug für Abonnements, etc. , ca. 20%
Total Einnahmen aus Personenverkehr

Gepäck
Güter
Total Einnahmen aus Gepäck- und Güterverkehr

Verschiedene Einnahmen (Kiosk, etc.), budgetiert
Pacht- und Mietzinse und Verschiedenes

Total Betriebseinnahmen

Betriebsausgaben

Betriebsüberschuss
 
  -
-
-

53 350.-

 28 000.-
  2 000.-
-16 750.-
66 500.-

-
-
6 000.-

2 500.-
-

75 000.-

31 000.-

44 000.-


46 654.87
6 637.85
25 711.30
 
-
-
-
-

 

1 050.00
767.95




-
-
-
-
-
79 004.02



1 817.95

-
1 094.50

81 916.47

28 612.92

53 303.55

Gewinn und Verlustrechnung 1935
 Fr. Fr.
Einnahmen
Überschuss der Betriebsrechnung
Ertrag der Wertbestände und Guthaben (Zinsen)
Total Einnahmen

Ausgaben
Passivsaldo vom Vorjahre
Verzinsung der festen Anleihen
Andere Zinsen
Finanzunkosten und andere Gebühren
Amortisation auf div. Baudarlehen
Einlagen in die Spezialfonds (Erneuerungsfond)
Aktiv-Saldo
Total Ausgaben


53 303.55
331.15

  
   
53 634.15
 
 
1 561.63
20 000.00
3 215.60
115.20
13 215.50
5 000.00
10 526.77
53 634.15

Der Verwaltungsrat beantragte der Aktionärsversammlung:
"Es bleibt somit zur Verfügung der Aktionäre ein Saldo von Fr. 10'526.77. Angesichts der inzwischen bekannten Betriebsergebnisse der ersten Monate des laufenden Jahres, welche durch die fast seit Menschengedenken nicht mehr gekannten ungünstigen Schneeverhältnisse (nicht nur in unserer Gegend sondern beinahe in der ganzen Schweiz) sehr nachteilig beeinflusst wurden, wird das Unternehmen gut tun, diesen Saldo vorläufig auf neue Rechnung vorzutragen"

Die Aktionäre erhielten daher noch keine Dividende ...


Fortsetzung: Die weitere Entwicklung der Bahn
up-dated:  20. Dez. 2004
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