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Einleitung
Seit ich im Kontext mit der Geschichte der
Wildhauser Funi auf Arnold Annen aufmerksam geworden bin, und ganz
besonders seit ich den Kontakt zu seinen Nachkommen gefunden habe, bin
ich fasziniert von diesem Mann. Ich möchte darum hier an aller
erster Stelle
seinen Enkeln Ruth Annen-Burri und Arnold Burri dafür danken, dass Sie mir all
die Informationen und das viele Material zur Verfügung gestellt
haben, welche es erst ermöglichen, diese Seiten zusammen zu
stellen. Ebenso habe Claude Gentil zu danken, der die wohl beste Homepage zur Geschichte der Schweizer Bergbahnen unter dem Titel "Seilbahn-Nostalgie" unterhält und mich hier in jeder Hinsicht unterstützt hat. Die drei genannten können damit als Co-Autoren dieser Seiten gelten.
Arnold Annen muss eine ausserordentliche
Persönlichkeit gehabt haben. Die Berufsbezeichnung im
Dienstbüchlein war mit Landwirt eingetragen, später im
Führerausweis steht die Bezeichnung Handelsmann / Säger. Aber
er war sicher ein Praktiker und hatte viel „getüftelt”. Wie seine
Enkelin schreibt, "er machte sein erstes Projekt für eine
Funi-Schlittenseilbahn mit Fadenspulen (wie sie früher aus Holz
waren). Diese Projekt hat er meinem Götti, einem Schönrieder
gezeigt und ihn gefragt ob er auch investiere. Dieser wollte nicht und
meinte "der Sport hat keine Zukunft"!" Er liess sich aber nicht beirren
und, nachdem ein erster Versuchsschlitten funktioniert, baute er 1934
die erste Wispile Funi in Gstaad und investierte in den Bau der
Hornberg Funi in
Saanenmöser Fr. 10'000.-- (Foto). Und dies in einer Zeit in der die Wirtschaft in der Krise steckte und es wenig Arbeit gab!
Seine Enkelin Ruth Annen erzählt in einem separaten Tondokument in ihrem sympatischen saanenländer Dialekt anschaulich wie ihr Grossvater die Funi 'erfand' und wie sich seine Geschäfte mit dem Bau von immer mehr solcher Funi in der ganzen Schweiz erfreulich entwickelten. Ebenso schildert sie, wie ihre Eltern nach dem unerwartet plötzlichen Tod von Arnold Annen im Frühling 1938 den Betrieb in wirtschaftlich schwieriger Zeit weiter führten. Wenn Sie dieses Tondukoment interessiert und evetuell als akustische Begleitung beim weiteren Surfen durch die Annen-Funi Seiten anhören möchten, dann klicken Sie auf diesen Link: Funi-Geschichten (aif-Dokument, öffnet separates Media Player Fenster)
Quelle/Aufnahme: aus CD «Gschichte us em Saaneland», Weber Verlag, 3645 Thun/Gwatt, www.weberag.ch/shop, besten Dank!
Im Nachruf von Arnold Annen steht unter anderem:
«Der Erfinder und Hersteller der Funis in Gstaad,
Saanenmöser, Lenzerheide, Wildhaus, Villars usw., starb leider
viel zu früh [an einer Lungenentzündung]. Ansonsten wäre
es diesem erfinderischen Kopf sicherlich nach und nach gelungen,
einfache und billige Seilbahnen zu bauen, die auch dem Bergvolk auf
entlegenen Alpen oder Gehöften den Verkehr mit der Umwelt oder das
Hinauftragen der Lasten erleichtert hätte».
Darf man Arnold Annen als Erfinder der Funis zu
bezeichnen? Eine (oder sogar die) erste, eindeutig nachweisbare
Schlittenseilbahn lief bereits 1907 am Bödele bei Dornbirn (Bild 1 und Bild 2). Und
die ersten zwei derartigen Anlagen in der Schweiz wurden 1924 in Crans
Montana installiert. Aber alle diese waren lediglich sogenannte
Windenbahnen, d.h. es wurde jeweils nur ein Schlitten mittels Winde
hinaufgezogen und hinab gelassen. So wie es aussieht, hat jedoch Annen
1934, nachdem er bereits ca. 1932 oder 1933 am Lochstafel in Schönried mit einer Windenschlittenbahn experimentiert hatte, als Erster in der Schweiz mit der Wispile Funi in Gstaad eine
Funibahn mit
zwei pendelnden Schlitten (analog den Standseilbahnen) gebaut. In
dem Sinne ist es tatsächlich gerechtfertigt, ihn «Erfinder
der Funis» zu nennen.
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