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1946 - 1958
Die Fotos Die Fotos sind in drei Gallerien zusammengefasst, die mit Vorschaufotos am linken Bildrand erscheinen:
Wenn man auf die Vorschau-Fotos klickt, erscheinen sie in voller Grösse mit ausführlicher Legende in diesem Rahmen. Viele Fotos sind aus Privatbesitz
und wurden mir zur Verfügung gestellt, besten Dank! |
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Die Funi A-G wurde am 24. Oktober 1937 im Hotel Acker gegründet, das Aktienkapital betrug im Gründungsjahr 50 000 Franken, 1945/46 wurde es auf 100'000 Franken erhöht. Das Ziel dieser Gründung war, eine Schlittenseilbahn, eine so genannte Funi, vom Talboden hinauf zum Oberdorf ins Skigebiet der Gemeinde Wildhaus zu bauen und diese damit so viel als möglich dem Fremdenverkehr zu erschliessen. Nach einer erstaunlich kurzen Bauzeit konnte am 23. Dezember 1937 die Bahn eröffnet werden. 1947 reichte der Verwaltungsrat ein Konzessionsgesuch für eine Sesselbahn als Ersatz für die Funi ein. Dieses wurde am 10. Oktober 1949 erteilt und in der Folge konnte die Sesselbahn Thur-Oberdorf am 20. Dez. 1949 eröffnet werden. Die Gesellschaft wurde von «Funi AG» in «Sesselbahn und Skilift AG» umbenannt. Mehr über die Geschichte
der «Funi A-G» und die Wildhauser Funi findet sich hier
Bau & Betrieb des Skiliftes Oberdorf-Gamsalp Bereits im ersten Geschäftsbericht 1937/38 wartete der Verwaltungsrat der Funi A-G mit einem Gutachten für die Erstellung eines Skilifts vom Oberdorf zur Gamsalp auf. Dieser Antrag wurde zum Beschluss erhoben, doch dann brach der Zweite Weltkrieg aus und zufolge der unsicheren Weltlage wurde 1939 auf die Konzessionseingabe verzichtet. Erst 1944 wurde das Projekt mit dem Erwerb von Grundeigentum für den Skilift wieder aufgenommen. Der Verwaltungsratspräsident Ernst Steiner jun., (Präsident von 1946 bis 1947) beantragte erneut den Bau eines Skilifts Oberdorf-Gamsalp. Allerdings mussten so kurz nach Kriegsende noch Vorschriften über die Holzkontingentierung beachtet werden. Da der Kanton St.Gallen für diesen Zweck kein Holz frei gab, musste dieses für die Masten des Skilifts vom Kanton Waadt bezogen werden. Aus diesem Grunde war es auch eine Waadtländer Firma,«P. Vonlanden Lausanne, Spezialunternehmung für Skiliftbau, Stationen, Seilbahnstützen, Tracébau» der die Lieferung und der Bau der Masten übertragen wurden. Am 12. Jan. 1946 konnte der Skilift, ein Gurtenlift, eröffnet werden. Technische Daten:
Für diejenigen, die solche Gurtenlifte nicht mehr selbst erlebt haben, soll hier deren "Funktion" etwas erklärt werden: An der Kasse erhielt man den Gurt. Dieser war je nach Lift entweder ein einfacher Ledergurt (ca. 10cm breit), eventuell mit einem eingelassenen Elastikteil (z. B. Stöfelilift) oder, wie beim Gamsalp-Skilift, stattdessen mit einem Sitzbrettchen, wie auf verschiedenen Bildern zu sehen ist). Mehr darüber in der Legende zu Bild #06 Der Liftbenutzer musste sich ihn umschnallen, bevor er zum "Start" ging. Dort wurde am vorne angebrachten Griff des Gurtes mit einem Hebelverschluss ein Seil ein- gehängt. Von diesen Seilen gab es je nach Lift Einer- oder auch Zweier-Seile. Der "Liftler" hängte dann dieses Seil mit einer einfachen Klemme am Zugseil ein. Gleichzeitig musste er den oder die Liftbenutzer anziehen (weil die Seile ja nicht wie bei den heutigen Bügelliften gefedert waren, auf die Dauer eine recht anstrengende Arbeit!). Dann gings, oft mit einem Ruck, los.. Die Bilder #08 - #13 zeigen diesen Vorgang sehr schön: u.a. hält Hans Forrer auf Bild #12 in der rechten Hand die Klemme mit der das Seil am Zugseil links von ihm eingehängt wird, während er mit der Linken nach dem Seil fasst um die beiden Skifahrer anzuziehen. Rechts sieht man die Seile griffbereit ordentlich "aufgefädelt". Talstation: Wie die Fotos zeigen befand sie sich am selben Ort wie heute. Die Spur (Trassé) folgte bis zur Kante oberhalb des Steilhanges (auf der Landeskarte als «Gamsbergli» angeschrieben, im Jargon der Liftler der «Winkel») demjenigen des heutigen Sesselliftes. Aber am Fusse des Steilhanges, etwas oberhalb der Stelle wo heute der Freienalpskilift endet, wurde eine Brücke, zuerst aus Holz, später aus Natursteinen und Beton gebaut, um das Liftprofil etwas zu "ebnen". Die Skipiste führt dann manches Jahr unter dieser Brücke hindurch bis sie mit dem Bau des Gamsalp-Sesselliftes 1981 abgebrochen wurde. Aber der Name ist dieser Stelle geblieben, zumindest die älteren Stammgäste nennen sie noch heute "Bi de Brugg". Oberhalb des Steilhanges, eben beim «Winkel», machte die Liftspur eine leichte Kurve nach links, was eine komplizierte Konstruktion des Mastes erforderte, weil er verschiedene Umlenkrollen aufnehmen musste. Wer heute mit dem Sessellift zur Gamsalp hinauf fährt, kann dort in der folgenden Senke immer noch die Trassés der beiden Vorgänger-Skilifte sehen, wobei das linke und ausgeprägtere dasjenige des Gurtenliftes ist. Bergstation: Sie befand sich beim dem Häuschen (damals 'Liftler'-Haus, dann von Karl Forrer als "Sommer-Theestübli" benutzt, heute Ferienhaus) ca. 50m unterhalb des heutigen Restaurants 'Gamsalp' an der Kante zum Warmtobel. Kam man dort oben an, so löste
sich das Seil zum Gurt automatisch vom Zugseil. Während es ein
"Liftler", der auf einem Podest auf der Höhe des Zugseiles stand, auffing, konnte man unten das Seil vom Gurt lösen. Der
Liftbenutzer hatte nun nur noch den Gurt ebenfalls an der Vorrichtung für
den Rücktransport (glich entfernt einem umgedrehten Kleiderhacken)
zu versorgen. Seile und Gurten wurden dann periodisch bündelweise
am "Retourseil" zur Talstation zurück befördert.
Später kamen dann, um nur einige
zu nennen, Alfred Forrer (vorher bei der Funi Schlittenführer), Hans
Baumgartner (Kasse), Fritz Bösch (Pistenchef) und
sein Nachfolger Hans Mühlestein, aber auch Hansruedi Walt, Fritz Grob, Ruedi Koch, Ueli Stricker
und Walter Forrer dazu. Betriebsleiter der gesamten Anlage
(Sessellift und Skilift) war ab 1950 zuerst der im gleichen Jahr neu gewählte
VR-Präsident Heinrich Kaufmann, bis er dieses Amt an Ueli Stricker
abgab.
Für die Benützer hatte der Lift gewisse Tücken und Eigenheiten: - Einmal musste man während der ganzen Fahrzeit mit der Hand den Hebel am Griff vorne am Gurt geschlossen halten. Findige Köpfe bastelten sich daher aus alten Kabelzügen der damaligen Skibindungen "Federringli" die sie dann über diesen Griff zogen. Aber eigentlich war das streng verboten, auch wenn die Liftler selbst das gleiche taten! - Wenn das Seil vom Gurt zum Zugseil hinauf nicht dauernd gut gespannt war, löste sich die Klemme und es fiel vom Zugseil herunter. Die Liftspur hatte aber zwei Stellen wo sie, statt anzusteigen, ein leichtes Gefälle hatte, dort standen Holztafeln mit dem gut gemeinten Befehl «Stemmen»: Ca. 300m oberhalb der Talstation und oben, nach dem Steilhang und dem «Gamsbergli» hinunter in die folgende Senke.. An dieser Stelle wurden die Bilder gemacht. - Aber auch sonst löste sich das Seil oft irgendwo unterwegs ohne ersichtlichen Grund vom Zugseil, dann stand man vielleicht an der dümmsten Stelle "wie der Esel am Berg". Deswegen hatte man ein Gratisfahrt zu Gute, wenn man Gurt und Seil an die Talstation zurück brachte. Als Schüler nützten wir das aus und liessen es oben am «Gamsbergli» in die Senke hinunter fahren. Wenn man das nicht all zu oft tat, akzeptiert das Hans Baumgartner an der Kasse mit einem Augenzwinkern ... - Des öfteren fielen auch die Bündel von Gurten und Seilen, die von der Berg- zur Talstation zurück befördert wurden, vom "Retourseil". Wiederum, wenn man sie auflas und an die Talstation zurück brachte, gab's ebenfalls eine Gratisfahrt! - Bemerkenswert waren aus heutiger
Sicht auch die Betriebszeiten: Der Gamsalpskilift (wie auch die
Sesselbahn Thur-Oberdorf) machte stur eine Mittagspause von 1215 bis 1315
Uhr, dafür war bis Mitte Februar Feierabend um 1730, danach erst um
1800 Uhr!
Ersatz des Skiliftes 1958 Von 1946 bis im Frühling 1958 war der erste Skilift Oberdorf-Gamsalp in Betrieb, dann wurde er durch einen moderneren, weitaus schnelleren Bügelskilift ersetzt, er soll damals mit ...m/sec der schnellste Skilift der Schweiz gewesen sein (der allerdings auch seine Macken und Tücken hatte!). Die hölzernen Masten verschwanden, an ihre Stelle traten Eisenmasten und im Teil oberhalb des Steilhanges wurden sowohl die Spur wie auch die Bergstation verlegt, weil der Knick in der Linienführung begradigt wurde. Dieser Lift wurde nachträglich 1962 für den Sesselbahnbetrieb (Einer-Sessel) in der Sommersaison nachgerüstet. Wegen dem mahlendem Geräusch,
das man bei ruhigen Wetterlagen sogar bis ins Dorf hinunter hörte,
nannten wir diesen Lift die «Kafimülli» ...
Und ausserdem, aber ebenso unvergesslich ... Zu den Erinnerungen an diesen Skilift gehören untrennbar zwei weitere 'Institutionen': Forrerrs Kiosk bei der Talstation Die Familie Forrer baute diesen
Kiosk 1950. Generationen von Wildhauser Feriengästen haben dort schon
als Kinder ihre 'Sugus', Gummibärli, Mars, Hot Dogs, etc. gekauft
und sich mit einer 'Ovi' wieder aufgewärmt ...
Das
Karl Forrer richtete jeweils im Winter (ab 1962 auch im Sommer) auf der Gamsalp etwas oberhalb der Bergstation in einer Alphütte sein Teestübli ein. Je länger der Winter dauerte, um so tiefer wurde die Hütte eingeschneit, gegen den Frühling hin musste man erst durch einen fast 10 Meter langen Schneetunnel bis man in Karls Küche stand. Wie oft haben wir dort im hinteren Stübli bei Wind und Wetter dicht gedrängt um den Tisch gesessen, Salsiz mit 'Kafi Güx' gegessen, am Kachelofen klamme Finger 'aufgetaut', nasse Handschuhe getrocknet und endlos Geschichten und Witze erzählt! Was die wenigsten wussten: Karl hatte ein grosses Herz für Tiere, er sammelte sorgsam alle Essensreste, sogar die "Brösmeli", und fütterte damit nach der 'Polizeistunde' vor dem Teestübli die Schneefinken, Schneehühner ... und auch die Mäuse. Das Teestübli fiel leider dem Bau der Bergstation des dritten Gamsalpliftes zum Opfer, es stand dort wo heute vor der Station die Skifahrer und Snowboarder sich zur Abfahrt bereit machen. ...
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updated: 11. Apr. 2008 Jörg Walker, Stelzbrunnen/Riet, Postfach 2054, CH-9658 Wildhaus, Schweiz Email: jwalker@smile.ch |